Journaling begleitet mich seit 2010. Was als intuitive Praxis begann – Gedanken aufschreiben, um klarer zu sehen – wurde zum Fundament meines Business. In diesem Artikel erzähle ich, wie sich mein Weg vom privaten Notizbuch zu Freiraum-Pfade entwickelte.. Und warum Journaling heute die Basis meiner Arbeit ist.
Als Stillstand zur Möglichkeit wurde
Im Frühjahr 2020 kam mein Business als Coach und Beraterin zum Stillstand. Nicht mit einem großen Knall, sondern allmählich, wegen Corona. Im Februar gab es erste Anzeichen, Mitte März wurde mein Yogakurs geschlossen, dann begannen Kolleginnen mir zu erzählen, dass ihre Kunden immer häufiger absagten. Bei mir war es anders: Niemand sagte ab – aber es meldeten sich auch keine neuen Kunden mehr. Wie so viele war ich verunsichert. Wie sollte es weitergehen? Wie lange würde das dauern?
Mit den Monaten verschob sich meine Perspektive und ich begann, die erzwungene Ruhe anders zu sehen.
Als Möglichkeit, mein Business grundlegend zu hinterfragen. Denn offen gestanden: Glücklich war ich damit schon länger nicht mehr. Da war dieses unbestimmte Gefühl, dass etwas nicht rund läuft, dass ich mich aufreibe, dass diese Art von Arbeit einfach nicht zu mir passt.
Auch wenn ich nicht glaube, dass jede Krise automatisch eine Chance ist – in meinem Fall veränderte die Zwangspause etwas. Sie fühlte sich zunehmend weniger wie eine Katastrophe an. Sondern mehr wie eine Möglichkeit, die letzten Jahre ausgiebig zu reflektieren, alles zu prüfen.
Daher tat ich das, was ich schon seit Jahren tue: Ich ging mit meinen Gedanken und Gefühlen in die Natur und schrieb – eine Praxis, die ich zu diesem Zeitpunkt schon über zehn Jahre kannte.
Wie Journaling mich durch die Pause begleitete
Ich gab mir Zeit. Am Ende waren es ungefähr zweieinhalb Jahre. Ich hatte das so nicht geplant, ich hatte nicht beschlossen „Jetzt nehme ich mir 2,5 Jahre für meine Neuausrichtung.“
Stattdessen erlaubte ich mir, dass es so lange dauern darf, wie es dauern muss. Solange ich den Raum zum Nachdenken, Reflektieren, In-mich-gehen brauchte. Weil ich spürte: Wenn ich jetzt schnell etwas Neues aufbaue, lande ich nur wieder dort, wo ich nicht sein will. Also hielt ich inne. Das war nicht immer einfach und ich weiß auch, dass nicht jede die Möglichkeit hat, so lange einen Job oder ein Business ruhen zu lassen. Für mich hat es sich jedoch in jeder Hinsicht gelohnt, mir diese Zeit zu nehmen. Als Investition in mich und meine Klarheit.
Mein Werkzeug dafür war Journaling –eine Methode, die mich schon durch frühere Wendepunkte begleitet hatte.
Seit ich damals wusste, dass ich nicht länger angestellt arbeiten wollte, hatte ich begonnen, mit Journaling mein zukünftiges Leben zu visionieren. Also aufzuschreiben, wo ich hin wollte, was ich ändern möchte. Journaling war über die Jahre zu einer regelmäßigen Praxis geworden – allerdings nie als täglicher Zwang, sondern anlassbezogen. Es gab auch Phasen, in denen ich gar nicht schrieb. Aber immer dann, wenn etwas dran war, wenn ich etwas für mich klären musste, kehrte ich zum Schreiben zurück.
Ich führe schon seit Langem unterschiedliche Notizbücher für verschiedene Lebensbereiche: eins für mein Business, eins für persönliche Weiterentwicklung, eins für Naturerfahrungen. Weil Journaling nicht nur Aufschreiben ist, sondern auch erneut Lesen und Reflektieren, was man geschrieben hat.
Als mein Journaling in die Natur wanderte
Die Verbindung von Journaling und Natur entstand etwa fünf Jahre nach meinem Einstieg ins Journaling. Die Natur war schon immer meine Wohlfühlumgebung. Der Ort, an dem ich sein wollte. Ungestört. Ganz bei mir. Also nahm ich meine Journals auf meinen Spaziergängen mit. Ich ging dann nicht mehr nur, sondern begann auch zu verweilen, setzte mich auf eine Bank, einen Baumstamm oder auf den Boden.
Dabei stellte ich immer öfter fest: Die Notizen, die ich draußen machte, waren anders. Klarer, tiefer, ehrlicher. Ich merkte: Es waren MEINE Antworten – nicht irgendwelche, die ich von anderen gehört hatte und deshalb meinte, mir selbst geben zu müssen. In der Natur war ich ungestört und konnte mich ganz mir widmen.
Mit der Zeit verlegte ich daher mein Journaling fast ausschließlich in die Natur.
Ich begann, meine Schreibpraxis mit meinem Naturverständnis zu verbinden. Die beiden Stränge – Journaling und Naturverbindung – wuchsen zusammen. Dabei half mir mein Studium der Geowissenschaften und das tiefere Verständnis im Bereich Ökopsychologie, das ich mir durch Selbststudium, Bücher und Kurse erarbeitet hatte.
Von intuitiv zu bewusst
In der Phase meiner Neuorientierung war meine Journaling-Praxis dann schon fest etabliert und ich begann, mich bewusst – fast wissenschaftlich – mit Journaling als Methode auseinanderzusetzen. Bis dahin hatte ich intuitiv gejournalt, tat es, weil es mir half. Nun realisierte ich: Was ich da seit Jahren tue, hat einen Namen. Es gibt Forschung dazu. Menschen haben das systematisch untersucht. Ich wollte verstehen: Wie funktioniert das eigentlich? Warum wirkt Schreiben?
Also las ich, recherchierte im Internet, kaufte Bücher. Gleichzeitig veränderte sich mein Journaling: Es wurde gezielter, fokussierter.
Ich probierte verschiedene Techniken aus und entdeckte zwei zentrale Dinge.
Erstens: Journaling ist eine Methode, die wissenschaftlich untersucht wurde. Es gibt Belege für seine Wirkung. Zweitens: Schreiben mit der Hand macht etwas mit unserem Gehirn – mit unseren Gedanken, mit unseren Gefühlen. Wenn der ganze Körper beteiligt ist, kommen andere, tiefere, stimmigere Erkenntnisse und Antworten heraus als beim reinen, meist rationalen Nachdenken.
Ich begann, dieses Wissen in meine strategischen Überlegungen fürs Business einzubauen. Weil ich spürte: Diese Praxis – so wie ich sie mir erarbeitet habe und jetzt praktiziere – will ich als meine eigene Methode Naturverbindung-Journaling weitergeben.
Wie daraus Freiraum-Pfade entstand
Diese Erkenntnis ist langsam gewachsen. Genau wie in der Natur gab es nicht den einen Moment, an dem sich plötzlich alles änderte. Es gab kein „Gestern war es unklar, heute ist es klar“. Sondern ein langsames Verdichten. Ein allmähliches Klarwerden – oft diffus, sodass ich es manchmal kaum greifen konnte. Aber die Richtung wurde deutlicher: Schreiben ist MEIN Weg. Privat und beruflich.
Journaling hatte mich über all die Jahre zu mir selbst geführt.
Es hatte mir geholfen, meine eigenen Antworten zu finden – nicht die von anderen. Beim Journaling gibt mir niemand Ratschläge, die Antworten kommen von innen.
Deshalb ist Journaling die Basis meines Business. Ich habe die Kraft dieser Methode über Jahre selbst erlebt und gebe sie weiter, damit auch Du Deine eigenen Antworten finden kannst. Durch Schreiben in Verbindung mit der Natur.
Wenn Du neugierig geworden bist: Journaling ist nicht kompliziert. Es braucht nur Dich, ein Notizbuch und die Erlaubnis, ehrlich zu sein. Möchtest Du mehr erfahren, lies gerne diesen Artikel: Naturverbindung-Journal – Dein Begleiter für mehr Klarheit, Verbundenheit und Selbstreflexion
