Waldbaden wird oft als Gruppen-Aktivität angeboten – aus organisatorischen Gründen. Aber Du brauchst keinen festen Termin und keine lange Anfahrt ins Grüne: Waldbaden alleine ist gut möglich. Und manchmal sogar noch wirkungsvoller.
Wenn Du alleine unterwegs bist, spürst Du schneller, was Dir gut tut. Du bist nicht abgelenkt, wirst von niemandem beobachtet – und kannst ganz bei Dir und der Natur sein.
In diesem Artikel findest Du Impulse, wie Du beim Waldbaden noch tiefer in die Natur eintauchst – mit allen Sinnen.
Die praktische Vorbereitung, fürs Waldbaden alleine habe ich bereits im Artikel, habe ich bereits in meinem Artikel „Waldbaden alleine – Anleitung für Deinen selbstgeführten Spaziergang in der Natur“ beschrieben.
Sein statt Tun – was Waldbaden wirklich bedeutet.
Beim Waldbaden geht es erst einmal nicht darum, bestimmte Übungen zu absolvieren. Waldbaden ist mehr ein „im Wald sein“, wie „im Wald etwas tun“.
Dennoch ist es hilfreich, Dir gerade am Anfang bestimmte „Übungen“ vorzunehmen, auf die Du Dich fokussierst. Beispielsweise, Dich nur auf einen Sinn zu konzentrieren. Meist erleichtert das den Einstieg.
Eine schöne erste Waldbaden-Aktivität ist, die Augen zu schließen und Dich nacheinander auf die Sinne „hören, riechen und fühlen“ zu konzentrieren.
Lass Dich überraschen, was Du wahrnimmst, wenn Du die Augen schließt.
Suche Dir ein nettes Plätzchen, an dem Du verweilen magst (im Sitzen, Stehen oder an einen Baum angelehnt), leg alles ab, was Du bei Dir trägst, entspanne Deine Arme und Schultern und schließe die Augen.
Mit allen Sinnen – Natur erleben in drei Facetten
Hören – Klänge, die Du sonst leicht übersiehst
Beginne damit, Dich darauf zu fokussieren, wie sich der Wald um Dich herum anhört.
Hörst Du Vögel oder Tiere? Rufen sie einander?
Hörst Du den Wind, der in den Blättern rauscht? Vielleicht den ein oder anderen Ast knacken oder ächzen?
Ich selbst gehe gerne bei Regen in den Wald und lausche, wie die Regentropfen auf den Blättern oder dem Waldboden klingen.
Vielleicht hörst Du auch die Geräusche anderer Spaziergänger oder von Waldarbeitern, ein Flugzeug über Dir oder einen bellenden Hund in der Ferne?
Halte Dich nicht daran fest oder damit auf, dem nachzulauschen. Nimm es lediglich wahr. Wenn Du magst, versuche Dich auf die Stille zu konzentrieren, die zwischen all dem auch noch existiert.
Riechen – was der Wald Dir erzählt
Die Düfte des Waldes sind oft fein und es braucht ein wenig Konzentration, sie wahrzunehmen. Manche Menschen müssen sich erst wieder daran gewöhnen, zarte, natürliche Gerüche zu riechen. Daher ist es oft einfacher, sich den Gerüchen des Waldes mit geschlossenen Augen zu nähern.
Atme ein paar Mal tief durch und nimm wahr, was Du riechst. Ein Kiefernwald hat einen besonderen Geruch und riecht anders als ein Laubwald. Beim Waldbaden geht es allerdings nicht darum, die Gerüche zu identifizieren, sondern darum, sie lediglich wahrzunehmen. Im Frühjahr unter anderem den betörenden Geruch von Bärlauch.
Manchmal hast Du das Glück und lässt Dich in der Nähe eines Fuchs- oder Dachsbaus nieder. Riechst Du die Tiere? Ändern sich die Gerüche, wenn der Wind weht?
Möglicherweise bist Du in der Nähre von blühenden Pflanzen. Riechst Du ihren Duft? Vielleicht magst Du Dich einer Blüte nähern und eine Nase voll davon nehmen? Erinnert er Dich an etwas?
Der Geruchssinn ist unser Sinn, der am engsten mit Erinnerungen verbunden ist. Vielleicht ruft das, was Du riechst bestimmte Gefühle oder Emotionen bei Dir hervor. Nimm nur wahr, was Du riechst, wie Du Dich fühlst, woran Du Dich erinnerst.
Verlässt Du später Deinen Platz und spazierst weiter durch den Wald, achte darauf, wie sich die Gerüche von Ort zu Ort verändern.
Fühlen – wie Dein Körper die Natur spürt
Fühlst Du Dich sicher genug, führst Du diesen Vorschlag mit geschlossenen Augen durch. Waldbaden soll allerdings nicht in eine Mutprobe ausarten, daher öffne gerne Deine Augen und fokussiere Dich darauf zu spüren.
Berühre, was Du mit Deinen Händen fühlst. Nimm wahr, was Dich umgibt.
Ist die Oberfläche, auf der Du sitzt oder an der Du lehnst, hart oder weich? Gibt sie unter Deinem Gewicht nach oder ist sie fest? Fühlst Du unterschiedliche Texturen? Temperatur-Unterschiede?
Schließe zwischendrin immer mal wieder die Augen, wenn Du weißt, was Du gerade ertastest.
Spüre auch mit Deinem gesamten Körper, nicht nur mit Deinen Händen.
Fühlst Du einen Luftzug?
Weht der Wind durch Dein Haar?
Welche Temperatur hat die Luft um Dich herum?
Spürst Du, aus welcher Richtung die Sonne auf Dich scheint? Dreh Dich einmal um 90 Grad nach links oder nach rechts. Verändert sich das, was Du spürst? Spüre nach, wie es sich anfühlt, nachdem Du Dich gedreht hast?
Lass Dich von der Natur inspirieren, was es im Wald zu hören, zu riechen und zu befühlen gibt.
Probiere diese Anregungen spielerisch aus.
Deine
FRAU BÖRD
P.S.: Möchtest Du weitere Anregungen, lies meinen Artikel „Waldbaden alleine erleben – mit Körper und Blick die Natur erspüren“.