Sternegucken – kostet nichts, macht glücklich und ist gut für die Gesundheit

Sternegucken ist gut für die Gesundheit, kostet nichts und macht glücklich.

Das ist eine tolle Natur-Aktivität, gerade im Winter, da ansonsten fast alles andere ruht. Wir können in dieser Zeit die positiven Auswirkungen auf Körper, Geist und Seele besonders gut gebrauchen.

Es gibt in Deutschland immer mehr zertifizierte Sternenparks, die sich durch besonders geringe Lichtverschmutzung auszeichnen. Dort kannst Du Dich, auf eigene Faust oder mit geführten Wanderungen, dem Erlebnis des Sterneguckens hingeben.

Ein paar Dinge solltest Du vorbereiten und Dich am besten vorab mal im Netz informieren.

Nicht immer hat man Glück mit dem Wetter – auch nicht in einem Sternenpark.

Im November 2024 war ich ein paar Wochen im Dahner Felsenland, ganz dicht an der französischen Grenze. Viel Natur, wenig Handyempfang. 😉 Mein Wunsch für diese Zeit: Sterne gucken.

In der Südwest-Pfalz sind einige Orte als Sternenparks und Dunkelorte ausgewiesen. Leider hat mir das Wetter einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht: 2 Wochen Dauernebel und Bewölkung. Sterne waren in dieser Zeit nur etwas, worüber ich auf den Infoseiten im Internet lesen konnte. Gegen Ende meines Aufenthaltes beschenkte mich dann zum Glück das Wetter doch noch mit der ein oder anderen Wolkenlücke.

Ich zog also so gut wie alle Klamotten an, die ich dabeihatte, und ging in mehreren Schichten dick eingepackt raus an die sehr frische, na ja, eher kalte Luft. Auch wenn ich nie sonderlich lange draußen war, konnte ich zumindest ein paar Sterne bewundern und habe nach einer Ewigkeit endlich mal wieder die Milchstraße gesehen. Etwas, was denjenigen unter uns, die in dichter besiedelten Gegenden wohnen, heutzutage enttäuschenderweise fast immer verwehrt wird. Stichwort: Lichtverschmutzung.

Der Winter ist die beste Zeit zum Sternegucken.

Im Winter ist die Luft klarer, der Blick freier auf die Sterne. Sommerliche warme und damit wabernde Luft verzerrt das Sternenlicht und die Bilder sind dann nicht so klar.

Außerdem ist es recht früh und schnell dunkel. Im Gegensatz zum Sommer, in dem sich die Dämmerung hinzieht und es erst sehr spät wirklich dunkel wird; je nachdem wo Du Dich befindest, vielleicht gar nicht (falls Du Dich recht weit im Norden aufhältst).

Auch wenn es kalt ist, für mich als bekennender early-bird(Börd) ist der Winter – zumindest was mein Vorhaben des Sterneguckens angeht – die ideale Jahreszeit. Ich muss am Nachmittag nicht lange darauf warten, bis es dunkel genug ist, und bin abends dennoch beizeiten gemütlich auf der Couch oder im Bett.

Positive Auswirkungen auf Körper, Geist und Seele.

Es ist zwar bisher nicht ausführlich wissenschaftlich untersucht, in welchem Umfang sich Sternegucken positiv auf die Gesundheit auswirkt, dennoch ist völlig klar: Es tut gut, draußen an der frischen Luft zu sein, die Natur und die Ruhe zu genießen, den Augen eine Verschnaufpause vom künstlichen Licht und den kurzen Sehdistanzen zu elektronischen Geräten zu geben.

Sternegucken entlastet Deine Augen, ist sehr entspannend, hilft beim Stressabbau und verbessert die Schlafqualität. Außerdem hat es einen positiven Effekt auf Deinen Geist. Erst recht, wenn Du Dich vom Anblick der Sterne in ihren Bann ziehen lässt. Dann bleibt nicht viel Raum für nagende oder gar quälende Gedanken.

Geist und Seele werden wie befreit, wenn Du Dir die Unendlichkeit des Universums mit eigenen Augen siehst und erlebst und nicht nur vorstellst. Mit dem Effekt, dass alltägliche Sorgen und Nöte in den Hintergrund treten, ihre Relevanz verlieren, nicht mehr alles überschatten.

Zwischen der Erde und den Sternen besteht ein unendlicher und mit dem rationalen Verstand nicht begreifbarer Raum. Sternegucken bewirkt, dass dieser Raum auch in Deinen Gefühlen und Deinen Gedanken entsteht. Verbindungen zwischen Gedanken werden gelöst und neue Lösungen tauchen auf. Gefühle entzerren sich, werden von der Ursache entkoppelt und können so besser reflektiert werden.

Sternegucken ist ein Naturschauspiel, das einfach nur beglückend und wunderschön anzusehen ist. Die ein oder andere Sternschnuppe, um sich etwas zu wünschen, nicht ausgeschlossen.

Sterneparks — extra geschaffen für tolle Sternegucken-Erlebnisse 

Falls Du auch mal (wieder) Lust aufs Sternegucken hast, überleg einmal, wo es in Deiner Gegend besonders dunkel sein könnte.

Oder google nach Begriffen wie „stargazing“ oder „Sternepark“.

Neben den offiziell so benannten Gegenden – die meist mit Info-Tafeln über die zu erwartenden Sternbilder ausgestattet sind – gibt es mittlerweile einige „inoffizielle“ Gegenden. 

Zu beachten gibt es dabei im Grund nichts, außer: Dich so richtig dick und kuschelig warm anzuziehen und kein Licht zu machen — schließlich geht es ja darum, die Dunkelheit zu erleben. Selbstredend solltest Du keinen Lärm machen oder Dreck hinterlassen. Ruhe und möglichst unberührte Natur gehören unbedingt mit aufs Gesundheitsrezept für diesen Glücklich-Macher.

Tipps für die Vorbereitung: Deine Reise zu den Sternen

  • Wähle einen Ort mit möglichst geringer Beleuchtung und Luftverschmutzung.
  • Erkundige Dich in der Wettervorschau, wann möglichst klare Nächte und geringe Wolkenbedeckung zu erwarten sind.
  • Informiere Dich vorab, ob es Öffnungszeiten und mögliche Führungen gibt.
  • Packe richtig viel warme Kleidung und komfortable Schuhe ein.  Meist führt ein Fußweg zu den entsprechenden Beobachtungspunkten. Und selbst scheinbar milde Sommernächte werden schnell empfindlich kalt, wenn die Sonne untergegangen ist und Du in der freien Natur unter sternenklarem Himmel bist. Die Temperatur fühlt sich bis zu 10 °C kälter an.
  • Nimm Dir etwas zu essen und zu trinken mit, am besten warmen Tee.
  • Vermeide die Verwendung von Scheinwerfern und anderen Lichtquellen, setze Kunstlicht nur ganz sparsam ein. Schalte Taschenlampen (auch am Handy) aus. Nutze sie nur notfalls, um den Boden vor Dir zu erhellen, wenn Du gehst. 
  • Bleib auf den gekennzeichneten Wegen, um sicher hin und zurückzukommen und beachte die Verhaltensregeln. Die meisten Sterneparks liegen in einem Naturschutzgebiet.

Tipps für die Online-Suche nach Sterneparks, stargazing oder Sternegucken

Durchforste das Internet nach den Begriffen „Sterneparks“, „stargazing“ oder „Sternegucken“, um geeignete Plätze zu finden. Suchst Du nach bestimmten Orten, die — zumindest in Deutschland — für ihre Sterneparks bekannt sind, wirst Du sicherlich schnell fündig werden.

Hier ein paar Tipps für Deine Suche nach Sterneparks:

Anmerkung: Diese Liste ist bei Weitem nicht vollständig und die Reihenfolge ist von mir willkürlich gewählt, entsprechend meiner Internet-Recherche. Ich habe mich dabei auf das bundesdeutsche Gebiet beschränkt, um den Rahmen überschaubar zu halten. Die Liste soll Dir lediglich als Anregung dienen.

Der WWF hat einen schönen Artikel geschrieben, wo und wann Du am besten Sterne gucken kannst.

Der internationale Sternepark Nationalpark Eifel betreibt eine sehr ausführliche Seite.

Die Eifel bietet viele ausgewiesene Plätze zum Sternengucken. Zum einen im Kerngebiet, dem Nationalpark Eifel. Er ist von der International Dark Sky Association (IDA) anerkannt. Die ausgewiesenen Stationen, sogenannte Sternbeobachtungspunkte, verfügen über Informationstafeln und Liegebänke. Oft gibt es Führungen, in denen SternenGuides, die Geheimnisse des Sternenhimmels erläutern. Weitere Orte, um die Milchstraße und andere Sternenbilder zu bewundern, finden sich in den anschließenden Regionen der Eifel.

Fulda nennt sich die erste deutsche Sternenstadt – oder auch „dark sky city“. Weil die Stadt beschlossen hat, der Lichtverschmutzung den Kampf anzusagen. Da sie ganz in der Nähe des Sternenparks Rhön liegt, mitten im Biosphärenreservat Rhön, gibt es dort viele organisierte Sternegucken-Touren.

Die Nordsee-Insel Spiekeroog nennt sich selbst „Sterneninsel“ und zählt zu den dunkelsten Orten in Deutschland. Die Sternwarte Bochum bietet geführte Reisen auf die Insel an (Information letztmalig abgerufen am 8. März 2025). Auch Pellworm in der Nordsee nennt sich „Sterneninsel“ und ist von der IDA offiziell als solche anerkannt.

Der Sternenpark Westhavelland ist ebenfalls von der IDA anerkannt. Es gibt neun ausgewiesene Beobachtungspunkte, von denen aus Tausende von Sternen, Planeten, Sternschnuppen und Kometen beobachtet werden können. Dazu weitere sechs, sogenannte „Sternenpark Höhepunkte“.

Im Sternenpark Mecklenburg-Vorpommern gibt es, neben ausgewiesenen Stationen, einem astronomischen Lehrpfad, geführten Touren und Veranstaltungen, sogar ein kleines Planetarium.

Der Sternenpark Winklmoos-Alm ist ein weitläufiges Almgebiet auf ca. 1170 Meter Höhe in den Chiemgauer Alpen, Bayern. Er ist ebenfalls von der IDA zertifiziert und, nach eigener Aussage, der erste Sternenpark in den Alpen (ich ergänze: in der BRD). Dort zeigt sich ein Sternenhimmel, in dem man (Zitat) „regelrecht versinken kann“. Was vermutlich an der Höhe und den umgebenden Bergen liegt.

Das Sankt Wendeler Sternenland, mitten im eher dicht besiedelten Saarland, würde man in einer Liste mit dunklen Gegenden wohl eher nicht vermuten. Doch auch dort wird seit einigen Jahren viel gegen die Lichtverschmutzung getan. Vielleicht deshalb, weil die Gegend einen deutschen ESA-Astronauten beheimatet, der als Schirmherr fungiert.

Viel Freude und universal-gute Momente.
Deine
FRAU BÖRD

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