Dieser Artikel ist ein Bericht über eines meiner schönsten Natur-Erlebnisse.
Auch, weil ich es mit einer anderen Person teilen konnte.
Ich mache den letzten Schritt hinauf auf den Deich, bleibe wie angewurzelt stehen und bekomme vor lauter Staunen den Mund nicht mehr zu. Der Anblick ist an Ästhetik und Schönheit nicht zu übertreffen. Tausende kleine Wattvögel malen im Flug ein kunstvolles, bewegtes Bild in den Himmel. Unter ihnen das graublaue Wattenmeer, schräg hinter ihnen die milchig gelbe Sonne. Mal erscheinen sie als dunkler, wabernder Ball, mal als silbrig glänzende, filigrane Wolke.
Ich stehe und staune. Die leichte Brise der Nordsee umweht mich, ich bekomme mein Lächeln nicht mehr aus dem Gesicht. Warum auch? Dieses Schauspiel ist verzaubernd, wunderschön. Für mich ist dies Unterhaltung pur. Kein Kinofilm, kein Konzert könnte das für mich toppen, keine kulturelle Veranstaltung der Welt könnte mir einen größeren Genuss bereiten. An der frischen Luft draußen am Meer den Zugvögeln zuzuschauen, ihren Rufen und ihrem Gesang lauschen. Für mich gibt es nichts Schöneres, ich liebe es.
Irgendwann schaffe ich es, mich aus meiner Begeisterung zu lösen und spaziere unten am Deich entlang, neben den Schilfgürteln, hin zu einer Stelle, an der ich die Vögel aus näherer Entfernung bewundern kann. Auf dem Weg dorthin stolpere ich mehrmals, denn ich kann den Blick nicht abwenden von den Schwärmen am Horizont.
Das vielfältige Stimmengewirr ist immer deutlicher zu hören, der Wind trägt es direkt zu mir herüber. Ich mache an einer Stelle halt, an der eine Fotografin mit einem halben Meter langen Teleobjektiv fotografiert. Wir tauschen uns aus, darüber, welche Vögel wir sehen und hören, ob im Watt sitzend oder über uns hinweg fliegend. Brandgänse, Brachvögel, Graugänse, verschiedene Entenarten.
In ihrer Stimme schwingt die gleiche Leidenschaft mit, wie in meiner. Zwischen uns herrscht sofort eine tiefe Verbundenheit, wir teilen unsere Ehrfurcht und Liebe für die Vogelwelt. Unsere gemeinsame Begeisterung bereichert mich, sie gibt mir Kraft, ich spüre Frieden und Lebensenergie zugleich. Eine tiefe Ruhe breitet sich in mir aus. Ich schaue, höre, staune und bewundere dieses lebendige Kunstwerk, das in ständiger Bewegung und Veränderung ist.
Frieden erfüllt mich, die Zeit steht still, ich bin einfach. Nichts in meinem Geist oder Körper lenkt mich ab. Die emotionalen Strapazen der letzten Zeit sind vergessen, meinen schmerzenden Rücken spüre ich nicht. Ich könnte auch noch 2 Stunden hier stehen, ohne dass er mir wieder weh tut. Wo er sonst schon nach 5 Minuten anfängt zu zwicken.
Der Rest der Welt spielt keine Rolle. Nur der Augenblick zählt, den ich, mit der Fotografin an meiner Seite und unserem wertvollen Austausch, in mich aufsauge wie ein Lebenselixier.
In jeder Faser meines Körpers spüre ich: Natur heilt mich, lässt mich gesunden und kraftvoller werden. Ich bin unendlich dankbar.

Dieses wunderbare Foto hat Sandra Westermann während unserer Begegnung aufgenommen und mir netterweise für diesen Blogartikel zur Verfügung gestellt. Auf ihrer Webseite „Naturfotografie, die Geschichten erzählt“ findest Du weitere kunstvolle, ästhetische, magische Bilder.
Gibt es Natur-Erlebnisse, die einen ähnlichen Effekt bei Dir auslösen?
Was begeistert Dich und lässt Dich alles um Dich herum vergessen?
Lass uns gerne in einem Kommentar daran teilhaben.
Ein superschöner Text, der die Stimmung und diese beeindruckende Szenerie vor Ort perfekt wiedergibt. Schön, dich dort getroffen zu haben! Liebe Grüße!
Vielen lieben Dank für Deine Rückmeldung. Es freut mich sehr, dass Dir mein Text gefällt. Ich erinnere mich so gern an unser gemeinsames Erlebnis dort.