Um meine Gedanken zu sortieren, brauche ich Zeit und Ruhe. Das mache ich regelmäßig, um mit meinen Vorhaben auf Kurs zu bleiben.
Dann schnappe ich mir mein Natur-Journal, um alles gedanklich zu sortieren und klar zu bekommen. Ich such mir ein nettes Plätzchen, an dem ich mich wohlfühle, ruhig und entspannt bin und lege los: Sortiere, denke, notiere.
Das Problem ist nur: Ich lasse mich gerne mal von dem ablenken, was ich dort entdecke und was um mich herum passiert. Statt das zu sortieren, was schon da ist, kommen mir dann immer neue Ideen. Was an sich ja toll ist, aber nicht der Zweck meines Ausflugs.
Um Klarheit und Fokus zu finden, brauche ich eine reizarme Umgebung.
Letztens ist mir das richtig bewusst geworden. Ich war im botanischen Garten, konnte mich aber nur schlecht bewegen, weil mich am Tag zuvor leider „die Hexe geschossen“ hatte. Also schlich ich von einer Bank zur nächsten, maximal 100 Meter am Stück, dann musste ich Pause machen.
Mit meinen Notizbüchern auf dem Schoß bearbeitete ich meine Aufgaben. Hin und wieder blickte ich dabei in der Gegend herum und dabei fiel mir auf: Viel gab es dort nicht zu sehen. Lediglich frisch bepflanzte Beete mit winzigen Pflänzchen, vor allem aber eintönige Blumenerde. Der Schotterweg vor mir war auch eher trist.
Loslaufen konnte ich ja nun auch nicht, um spannendere Botanik zu finden. Also gab es nicht viel, was mich von meinen Gedanken und Notizen hätte ablenken können. Erstaunlicherweise hat mich das dieses Mal nicht gestört, ganz im Gegenteil.
Ich habe es genossen, in einer natürlichen und doch reizarmen Umgebung zu sein.
Ich wollte ja keine neuen Inspirationen oder Ideen, sondern das, was ich im Kopf und auf verschiedenen Notizzetteln mitgebracht hatte, sortieren, ordnen, weiterdenken.
Trubel, Abwechslung, hier was Neues entdecken, dort ein Eichhörnchen beobachten — all das hätte mich eher abgelenkt. Meine Energie hätte ich dafür aufwenden müssen, bei mir zu bleiben, mich zu fokussieren und meine Aufgaben zu erledigen. Eingeschränkt in meiner Beweglichkeit konnte ich diese Energie stattdessen gleich in meine Denkarbeit stecken.
Erstaunlich, wie schnell mir Antworten zu ein paar Reflexionsfragen kamen. Ich hatte nicht das Gefühl, lange darauf herum denken zu müssen, sie waren einfach sofort in meinem Kopf. Und das bei Fragen, die ich mir so noch nie zuvor gestellt habe.
Mein Fazit: Die Hexe soll bitte schön bleiben, wo der Pfeffer wächst. Eher unspektakuläre Orte werde ich mir für meine Sortieraufgaben zukünftig öfter suchen.
Mir hilft eine reizarme Umgebung für Klarheit und Fokus. Wie ist das bei Dir?
Wie schaffst Du Dir Klarheit in Deinen Gedanken?